Gefässerkrankungen

Das Bauchaortenaneurysma

Updated:  07 August 2002 16:32:54
 

Diagnostik

Definition

 

Darunter versteht man eine umschriebene Ausweitung der Bauchschlagader auf Grund angeborener oder erworbener Wandveränderungen.verstanden. Der infrarenale Abschnitt ist am häufigsten betroffen und umfaßt 95 % aller Aortenaneurysmen. Die Inzidenz wird für über 65 Jährige mit 2,7 % (maximaler Querdurchmesser größer als 6 cm) angegeben. Die Rupturgefahr steigt mit der Ausdehnung des Querdurchmessers. Bei unter 6 cm messenden Aneurysmen beträgt diese bis zu 3 %, ab 6 cm und mehr bis zu 15 % pro Jahre.

 

Symptome

 

Rückenschmerzen und diffuse Abdominalschmerzen, die in das Becken ausstrahlen, sind typisch für das expandierende Aneurysma. Bei Penetration in die Nachbarorgane stehen organbezogene Beschwerden im Vordergrund. Nicht selten werden die Beschwerden fehlgedeutet (Ulcus duodeni, Pyelonephritis, Spondylitis, Cholecystitis). Die Arrosion der Wirbelsäule bei Penetration nach dorsal erklärt Fehldeutungen von Erkrankungen des Bewegungsapparates. 80 % der Aneurysmaträger sind asymptomatisch. Meistens wird die Diagnose bei Abklärung anderer Erkrankungen bzw. im Rahmen von Vorsorgeuntersuchungen mit Sonographie gestellt.

 

Diagnose und Therapieeinleitung

 

Der Sonographie des Abdomens (B-Bild) kommt eine ganz besondere Bedeutung als Suchmethode zu. Sie hat sich als einfach durchführbar, zuverlässig und preiswert erwiesen.

Die Computertomographie (CT) gibt morphologisch präzise und geometrisch reproduzierbar die Größe des Aneurysmas, die Art der Thrombosierung (konzentrisch, exzentrisch), die Wandbeschaffenheit und den Bezug des Aneurysmas zu den Nachbarorganen wieder. 

Die Kernspintomographie (MR) ist speziellen Fragestellungen vorbehalten (Dissektion, Abgrenzung inflammatorisches Aneurysma vs. M. Ormond), (Kontrastmittelallergie).

Die Arteriographie dient nicht dem Aneurysmanachweis, sondern wird zum Nachweis von Verschlußerkrankungen in Gefäßen eingesetzt, welche aus der Aorta entspringen.

Indikation

Bei asymptomatischen Aneurysmen wird aufgrund epidemologischer Untersuchungen zur Zeit ab 5 cm maximaler Querdurchmesser eine Operationsindikation gesehen. Entscheidend sind Größe und Form des Aneurysmas, Form und Anordnung des Thrombus, Alter des Patienten und die Berücksichtigung von Risikofaktoren, die das Risiko der Aneurysmaruptur erhöhen (Hypertonie, chronisch obstruktive Ventilationsstörungen), sind in die Empfehlung zur Operation einzubeziehen

Therapieeinleitung

Das Prinzip der operativen Behandlung besteht im Ersatz der aneurysmatischen Strombahn. Soweit das Aortenlumen im Bereich der Bifurkation annähernd normal entwickelt ist, besteht die Operation in der Implantation einer Rohrprothese (Interponat). Ist die angrenzende Beckenstrombahn aneurysmatisch verändert, wird eine Bifurkationsprothese mit Anschluß im Bereich der iliacalen Teilungsstelle beidseits implantiert. Bei Patienten mit erhöhtem operativen Risiko und dilatierter Beckenstrombahn kann man sich in Einzelfällen auch auf den Ersatz der Aorta beschränken. Bei Ausschaltung der A. iliaca interna ist am Ende des Eingriffes die distale Darm- sowie die Glutealzirkulation zu überprüfen. Die Notwendigkeit zu Implantation der A. messenteria inferior in die Aortenprothese ist nach Freigabe des Blutstromes in die Beckenarterien durch Inspektion des rekto-sigmoidalen Überganges zu prüfen.

Der Einsatz fremdblutsparender Verfahren (präoperative Eigenblutspende, intraoperative Hämodilution, maschinelle Autotransfusion) sollte bei fehlenden Risikofaktoren erwogen werden und kann hilfreich sein.

Der operative Eingriff schließt ab mit der Kontrolle der Zirkulation im Bereich der unteren Extremitäten.

Stentprothesen

Derzeit werden verschiedene prothetische Materialien mit Hilfe von Kathetern und, minimalinvasivem Zugang in die Bauchaorta eingebrachtund  mit Hilfe von Drahtgittern (Stent) gestützt. Die Wertigkeit der Implaantation von Stentprothesen ist im Vergleich zur konventionellen Aneurysmachirurgie derzeitig noch nicht zu beurteilen und befindet sich im Stadium des klinischen Experiments. Nach Überwindung der methodisch bedingten Komplikationen, welche derzeitig wesentlich höher liegen als im Vergleich zur konventionellen Aneurysmachirurgie, bleibt abzuwarten, ob ein sicheres Langzeitergebnis mit dieser Methodik zu erzielen ist. Das Verfahren zeichnet sich durch eine minime perioperative Belastung sowie eine rasche Erholung aus und ist besonders bei älteren Patienten vorteilhaft. Postoperative Kontrollen in regelmässigen Abständen sind erforderlich, um mögliche Spätkomplikationen frühzeitig zu erfassen, insbesondere wenn

1. trotz kompletter Ausschaltung des Aneurysmas Pulsationen getastet werden, und

2.  beim Vorliegen einer residuellen Perfusion des Aneurysmas.


Bauchaortenaneurysma

 

Weitere Informationen

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